<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?><rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/" xmlns="http://purl.org/rss/1.0/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel rdf:about="http://groupe.kafka.gayattitude.com/"><link>http://groupe.kafka.gayattitude.com/</link><title>Kafka</title><description>Kafka</description><language>fr</language><webMaster>webmaster@gayattitude.com</webMaster><lastBuildDate>Mon, 17 Dec 2007 06:14:13 +0100</lastBuildDate><pubDate>Mon, 17 Dec 2007 06:14:13 +0100</pubDate><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.gayattitude.com/" /><items><rdf:Seq><rdf:li rdf:resource="http://blog.converservation.gayattitude.com/20071013101428/das-erlosende-wort/" /></rdf:Seq></items></channel><item rdf:about="http://blog.converservation.gayattitude.com/20071013101428/das-erlosende-wort/"><title>[converservation] Das erlösende Wort</title><description> Wenn ich mich recht erinnere, so befindet sich bei Kafka -wahrscheinlich in einem seiner Tagebücher oder in einem seiner Briefe- (es st schon so lange her, dass ich keinen Kafka mehr gelesen habe...) der aufschlussreich verschlüsselte Begriff vom &quot;Erlösenden Wort&quot;. 

 Natürlich kann man diesen Begriff ex/post eventu, das Pferd von hinten aufsattelnd, auf christliche Einflüsse zurückführen, da ja im Christentum das Wort im Erlöser Fleisch wird. Dennoch würde mich eher der existentielle Fundus dieses Begriffes interessieren, beeinflusst und trotzdem unabhängig von möglichen Tolstojlektüren oder solchergleichen bei Kafka. Mich würde mehr so interessieren inwiefern diese Sehnsucht nach dem erlösenden Wort in der Kindheit Fuss fassen könnte, im Mangel an erlösendem Wort. In der Enttaüschung durch das verraten(d)e Wort, das feige Wort, das fleischlose Wort, das verurteilende Wort, das erniedrigende Wort, das falsche Wort... das gespaltene Wort, das tote Wort, das gemeine Wort, die Wortlosigkeit. 

 Das Christentum brachte für Kafka keine Antwort auf seine nahezu messianistische Sehnsucht nach dem erlösenden Wort, denn sonst hätte er sich doch bekehrt... oder? 

 Ich frage mich, wie so ein erlösendes Wort denn aussehen (sich anhören) und wirken soll? Also nicht so wie eine Geistaustreibung durch Jesu Wort? 

 Da möchte ich doch bemerken, dass Jesu Wort nicht immer so hocuspocus- zauberstabhaft wirkt, wie man das kindheitsgemäss gerne annehmen würde, und dass es eben zum Erwachsenwerden gehört, das erlösende Wort -wie geschwächt, gekränkt auch immer durch schlecht erfahrene Wortführungen- nicht mehr von den Eltern zu erwarten (Kafka verzieht sich nach Berlin), und dass es mit Jesus ganz oft auch nicht so passiv wirkte, denn er sagt häufig: Dein Glaube hat Dir geholfen, der (abstrakt absolute) Vater hat Dir das offenbart... usw

 Habe ich Hocuspocus gesagt? Denn gerade darin besteht ja vielleicht das Geheimnis (Mysterium) Jesu, in diesem &quot;Hoc est Corpus&quot;: Es ist seine Gegenwart, seine Präsenz (Anwesenheit), die seinem Wort und Leib eine Einheit verleiht (oder seine starke Anwesenheit rührt von dieser Einheit her)... Diese Gegenwart allein macht es (wortlos oft) möglich, dass andere an ihr ihr Wort-leib-dasein aufrichten können...

 Soviel was eine Apologie des Christentums in der Frage nach dem erlösenden Wort angehen könnte. </description><content:encoded><![CDATA[ Wenn ich mich recht erinnere, so befindet sich bei Kafka -wahrscheinlich in einem seiner Tagebücher oder in einem seiner Briefe- (es st schon so lange her, dass ich keinen Kafka mehr gelesen habe...) der aufschlussreich verschlüsselte Begriff vom "Erlösenden Wort". <br />
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 Natürlich kann man diesen Begriff ex/post eventu, das Pferd von hinten aufsattelnd, auf christliche Einflüsse zurückführen, da ja im Christentum das Wort im Erlöser Fleisch wird. Dennoch würde mich eher der existentielle Fundus dieses Begriffes interessieren, beeinflusst und trotzdem unabhängig von möglichen Tolstojlektüren oder solchergleichen bei Kafka. Mich würde mehr so interessieren inwiefern diese Sehnsucht nach dem erlösenden Wort in der Kindheit Fuss fassen könnte, im Mangel an erlösendem Wort. In der Enttaüschung durch das verraten(d)e Wort, das feige Wort, das fleischlose Wort, das verurteilende Wort, das erniedrigende Wort, das falsche Wort... das gespaltene Wort, das tote Wort, das gemeine Wort, die Wortlosigkeit. <br />
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 Das Christentum brachte für Kafka keine Antwort auf seine nahezu messianistische Sehnsucht nach dem erlösenden Wort, denn sonst hätte er sich doch bekehrt... oder? <br />
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 Ich frage mich, wie so ein erlösendes Wort denn aussehen (sich anhören) und wirken soll? Also nicht so wie eine Geistaustreibung durch Jesu Wort? <br />
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 Da möchte ich doch bemerken, dass Jesu Wort nicht immer so hocuspocus- zauberstabhaft wirkt, wie man das kindheitsgemäss gerne annehmen würde, und dass es eben zum Erwachsenwerden gehört, das erlösende Wort -wie geschwächt, gekränkt auch immer durch schlecht erfahrene Wortführungen- nicht mehr von den Eltern zu erwarten (Kafka verzieht sich nach Berlin), und dass es mit Jesus ganz oft auch nicht so passiv wirkte, denn er sagt häufig: Dein Glaube hat Dir geholfen, der (abstrakt absolute) Vater hat Dir das offenbart... usw<br />
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 Habe ich Hocuspocus gesagt? Denn gerade darin besteht ja vielleicht das Geheimnis (Mysterium) Jesu, in diesem "Hoc est Corpus": Es ist seine Gegenwart, seine Präsenz (Anwesenheit), die seinem Wort und Leib eine Einheit verleiht (oder seine starke Anwesenheit rührt von dieser Einheit her)... Diese Gegenwart allein macht es (wortlos oft) möglich, dass andere an ihr ihr Wort-leib-dasein aufrichten können...<br />
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 Soviel was eine Apologie des Christentums in der Frage nach dem erlösenden Wort angehen könnte. ]]></content:encoded><link>http://blog.converservation.gayattitude.com/20071013101428/das-erlosende-wort/</link><dc:creator>converservation</dc:creator><dc:date>2007-10-13T10:14:28+01:00</dc:date></item></rdf:RDF>